Welt 09.12.2025
09:49 Uhr

„Die Bedienung war sehr freundlich“ – Ramelow postet Foto aus dem Restaurant, das Kemmerich abwies


Ein Facebook-Post von Bodo Ramelow sorgt für Diskussionen: Mit einem harmlos wirkenden Foto setzt der Linken-Politiker einen klaren Seitenhieb gegen Kurzzeit-Ministerpräsident Thomas Kemmerich.

„Die Bedienung war sehr freundlich“ – Ramelow postet Foto aus dem Restaurant, das Kemmerich abwies

Ein eigentlich harmlos wirkender Facebook-Beitrag von Bodo Ramelow (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/bodo-ramelow/) (Die Linke) sorgt derzeit für Diskussionen. Auf einem Foto zeigt sich der frühere Thüringer Ministerpräsident mit einem Teller Suppe und kommentiert: „Hier hat es einem ehemaligen Ministerpräsidenten wirklich gut geschmeckt, und die Bedienung war sehr freundlich.“ Was auf den ersten Blick wie ein unbedeutender Alltagsmoment wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Spitze gegen Ramelows kurzzeitigen Nachfolger im Amt, Thomas Kemmerich. Der ehemalige FDP-Politiker – inzwischen Mitglied der Partei Team Freiheit – hatte v0r einigen Wochen öffentlich gemacht, dass er in einem Weimarer Restaurant abgewiesen worden sei (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article69132c0f2c4a42deba35b772/sie-werden-hier-nicht-bedient-restaurant-verweigert-thomas-kemmerich-das-mittagessen.html) . Nach eigenen Angaben wollte Kemmerich dort gemeinsam mit seinem Sohn essen, als ihm ein Kellner mitteilte: „Wir bedienen Sie hier nicht – weil Sie Thomas Kemmerich sind.“ Der frühere Ministerpräsident reagierte mit einem Video in den sozialen Medien und sprach von einer bedenklichen gesellschaftlichen Entwicklung, in der politische Ablehnung zunehmend persönliche Ausgrenzung nach sich ziehe. Der Vorfall löste eine breite Debatte aus: Während manche den Restaurantbetreiber für sein Verhalten kritisierten und darin einen Ausdruck politischer Intoleranz sahen, verwiesen andere auf das Hausrecht des Wirts. Solange keine gesetzlichen Diskriminierungsverbote verletzt würden, sei es grundsätzlich erlaubt, Gäste nach eigenem Ermessen abzuweisen. So schrieb Jörg Meuthen, ehemaliger Bundessprecher der AfD, unter den Beitrag von Kemmerich: „Sie sollten als Freiheitlicher darauf eine freiheitliche Reaktion folgen lassen: Der Mann hat als Restaurantchef die Freiheit, Sie nicht zu bedienen. Und Sie haben als freier Bürger das Recht, die Menschen wissen zu lassen, um welches Restaurant es sich dabei handelt. Tun Sie das!“ Ein Facebook-Nutzer schrieb unter den Ramelow-Beitrag: „Nach der Gästeauswahl zum Thema Kemmerich hat sich das Lokal auch bei uns als Zweitlieblingsgasthaus qualifiziert.“